Der Arbeitsamtblogger

Seit dem 01. April 2005 bin ich arbeitslos. Jetzt drücke ich mich öfter als mir lieb ist und länger als ich mir wünsche auf dem Arbeitsamt rum. In diesem Blog veröffentliche ich meine Eindrücke, Erlebnisse und gelegentlich auch Informationenen und Tips -- ich bin der Arbeitsamtblogger.

Sonntag, Mai 15, 2005

www.arbeitsagentur.de

Der Internetauftritt des Arbeitsamtes ist einer der unübersichtlichsten, häßlichsten und instabilsten, die ich kenne. Insbesondere am Wochenende oder in den späten Abendstunden ist die Seite gern mal wegen Wartungsarbeiten geschlossen. Das machen die regelmässig. Wenn die Site städing runtergefahren werden muß, stimmt doch etwas nicht.

Was das Design angeht, so fällt mir wirklich nur ein Wort ein: potthäßlich. Das scheint die Corporate Identiy der Arbeitsagentur zu sein. Die Gebäude, die Formulare, der Chef, der Internetauftritt -- alles häßlich. Bei Kosten von 15 Mio Euro für den Webauftritt muß doch ein Designer drin sein.

Außerdem ist das Ding unübersichtlich. Hier ist die Aufgabe: Ermittele die Telefonnummer der Insolvenzgeldstelle Berlin-Mitte. Das ist eine echte Herausforderung. Und nun für Lichtenberg/Hohenschönhausen. Wer sich einbildet, hier ginge es genauso, der scheidet wegen Naivität aus.

Design, Nutzbarkeit und Implementierung des Webauftritts lassen stark zu wünschen übrig. Man kann nur eines sagen: hier waren ausgemachte Dilettanten am Werk.

10 Comments:

At 15 Mai, 2005, Anonymous Anonym said...

Und wie siehst du selbst aus? Foto zeigen! ;-)

 
At 15 Mai, 2005, Anonymous Dr. job.los said...

Und versuch mal dein "Profil" dort zu hinterlegen. Ist gut versteckt.

Genaugenommen müssten die es doch schaffen das Ding so ausehen zu lassen wie die Jobportale monster.de etc.

Aber die sind sehr beratungsresistent. So hatte einer von der BA in München eine Idee für eine bessere Jobsuchmaschine. Die gibt es auch, heißt wimmi.de und durchsucht die Unternehmensseiten.

Aber wimmi hat mit dem Arbeitsamt nicht zu tun. Nürnberg lehnte es ab, denn die wollten ja klotzen und planten damals den "virtuellen Arbeitsmarkt".

Nebenbei vergaßen sie , dass es den ja schon gibt, denn wenn Arbeitslose /offene Stellen in einem solchen Mißverhältnis stehen, dann gibt es auch keinen echten Markt ;-)

 
At 15 Mai, 2005, Blogger Arbeitsamtblogger said...

> Und versuch mal dein "Profil" dort
> zu hinterlegen. Ist gut versteckt.

Und nicht nur das. Es ist so kompliziert wie die Eröffnung eines Online-Bankkontos. Dadurch, daß die einen Brief mit PIN versenden, dauert das Ganze Tage. Meines Erachtens muß die Registrierung innerhalb von 5 Minuten abgeschlossen sein. Bei meinem ehemaligen Arbeitgeber brauchten wir aus rechtlichen sowie technischen Gründen ebenfalls ein Registrierungsverfahren. Die Zahl der Registrierungen stieg immer dann stark an, wenn wir den Vorgang mal wieder vereinfachen konnten. Im gleichen Maß gingen Fehler zurück.

Ich frage mich wirklich, durch wen die BA beraten wird. Ein privates, am Markt agierendes Unternehmen könnte sich dieses Image, einen derartigen Auftritt, aber auch solch ineffeziente interne Prozesse nicht leisten.

 
At 16 Mai, 2005, Blogger carlmaria said...

was soll man machen, wenn das geld so knapp ist, dass es nicht einmal für ein paar 1-euro-jobber reicht? die hätten das sicher besser hingekriegt, weil sie wüssten, worum es geht.
aber die leute vom arbeitsamt haben doch arbeit, denen kann doch der internetauftritt egal sein. Issn diss? brauch ich nich!

 
At 16 Mai, 2005, Blogger Arbeitsamtblogger said...

Hey,

liest Du die Seite von Anfang bis Ende durch? Die Emails, das Du kommentiert hast, schlagen im Minutentakt auf ;-).

Zum Thema: von Geldknappheit kann eigentlich nicht die Rede sein. Die haben Millionen für die Webseite inklusive Virtuellem Arbeitsmarkt ausgegeben.

 
At 16 Mai, 2005, Blogger carlmaria said...

habe einen tipp gekriegt, jetzt lese ich das alles mit viel (miss)vergnügen durch. einerseits sehr schön zu lesen, andererseits so wahr.

 
At 16 Mai, 2005, Anonymous dark* said...

Wenn man es doch geschafft hat, sein Profil als Rechtsanwaltsgehilfin einzugeben, und dann nach entsprechenden Angeboten suchen lässt, bekommt man bei den Treffern an erster Stelle einen Arbeitsplatz als Kraftfahrer angeboten ... *twothumbsup*

 
At 19 Mai, 2005, Blogger Thomas said...

Ja, an die Website erinnere ich mich auch mit Grausen zurück. Ist das immer noch so, dass man bei der "Suchmaschine" lauter Angaben zum erwünschten Job macht, um dann nur Suchergebnisse zu bekommen, auf die keine der Angaben zutrifft (ich hatte mal "Kino" und Berlin (mit PLZ) eingegeben, herauskam der Vorschlag Pommesverkäufer in Pasemuckel oder so).

 
At 20 Mai, 2005, Anonymous dark* said...

Ich kann nicht viel darüber sagen, wie die Seite jetzt ist, da ich sie kaum noch nutze. Als ich neulich ein Formular zum ALG II benötigte, regte mich schon die offenkundige Unfähigkeit der Webmaster einen Link zu setzen auf. Überall findet man Hinweise wie: Ausführliche Informationen unter http://arbeitslosengeld2.arbeitsagentur.de/ - als Text.

Bei der Stellensuche muss man sich zwar nicht mehr durch fünf Reiter klicken, um alle Informationen über die Stelle zu bekommen, aber unübersichtlich ist es dennoch. Unglücklicherweise ist der Internetauftritt nicht das einzige, was sich bei der Behörde seit der Reform erheblich verschlechtert hat.

Ich nutze lieber meinestadt.de.

 
At 28 Mai, 2005, Anonymous Anonym said...

Es gibt übrigens noch eine wirklich lustige Seite der Bundesagentur für Arbeit... www.ich-will-eine-Ausbildung.de
Das ist das momentan so beworbene "Trainingscamp"...einfach nur zum lachen. Aber was soll man machen, wenn einem nix intelligentes einfällt.

 

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