Der Arbeitsamtblogger

Seit dem 01. April 2005 bin ich arbeitslos. Jetzt drücke ich mich öfter als mir lieb ist und länger als ich mir wünsche auf dem Arbeitsamt rum. In diesem Blog veröffentliche ich meine Eindrücke, Erlebnisse und gelegentlich auch Informationenen und Tips -- ich bin der Arbeitsamtblogger.

Montag, April 18, 2005

Das erste Stellenangebot

Zusammen mit dem Bescheid übers Arbeitslosengeld schlug heute das erste Stellenangebot vom Arbeitsamt auf. Es ist etwas fürs goldene Buch:

Tätigkeit: Netzwerkadministrator Call-Center-Tätigkeit
Anforderungen: Sie suchen eine interessante Tätigkeit in der Computerbranche und wollen Auslandserfahrungen und Referenzen internationaler Großunternehmen für ihre berufliche Entwicklung nutzen. Zu Ihren Aufgaben gehört die Betreung von Kunden als technischer Berater.
Arbeitsort: Niederlanden (sic!)

Man muß sich wirklich fragen, warum man bei der Arbeitslosmeldung alle seine Daten preis gibt. Ich bin verheiratet und Vater zweier Kleinkinder. Die Kinder fühlen sich in ihrer Kita sauwohl und meine Frau ist in Lohn und Brot. Was soll ich mit einem Vollzeitjob in den Niederlanden?
Aus einer 5 Seiten umfassenden Liste mußte ich 12 Einträge mit meinen Fähigkeiten auswählen; Netzwerkadministration war nicht dabei. Außerdem habe ich angegeben, daß ich mich selbstständig machen möchte. Wozu? Damit ein Angebot wie obiges kommt? Das ist der klare Beweis, daß das Arbeitsamt mit Informatikern wirklich nichts anfangen kann.

Wenn das das Beste ist, das die können, dann kann man nur von Glück reden, daß man selbst clever genug ist, sich um sich selbst zu kümmern.

5 Comments:

At 20 April, 2005, Anonymous Pathologe said...

Glückwunsch! Ich habe nicht ein einziges Angebot über die Arbeitsagentur bekommen. Die einzige Firma, die sich bei mir über die Arbeitsagentur meldete, war ein Schneeballsystembetreiber, der nur neue Idioten wollte, die sich unten anstellen.
Und Aussagen wie "Sie wissen ja, wir können Ihnen keine Stellen vermitteln." tragen nicht gerade zum Optimismus bei.

 
At 21 April, 2005, Anonymous Anonym said...

In meinem Arbeitsamt wurde ich im Januar 2000 auf meine Berufsbezeichnung "Webmaster" hin von der Sachbearbeiterin gefragt: "Ist das Textilbranche?"

 
At 21 April, 2005, Blogger Arbeitsamtblogger said...

Auch hübsch. Aber im Grunde nicht mal abwegig ;-).

Ich glaube ich wäre mehr beleidigt, wenn man mich fragte, ob ich auch in HTML programmieren könnte.

 
At 15 Mai, 2005, Blogger carlmaria said...

zwei jahre hat mich das arbeitsamt 'betreut'. Bis heute weiß ich nicht, was die darunter verstehen. Zwei Jahre lang bestand die betreuung darin, mich zu nerven und mir 0 (in worten: null) jobs anzubieten. da ist doch 1 job nach nur einem halben monat schon richtig viel. wer arbeit sucht, sollte nicht zum arbeitsamt gehen. wenn die alle in arbeit vermitteln könnten, hätten sie doch keine kunden mehr. die brauchen doch die kunden vor allem für sich selbst.

 
At 27 Dezember, 2005, Blogger sevenofnine said...

Lol, noch aberwitziger ist:
Studium Germ/Phil/Soz, Ausbildung Bürokauffrau 1,7, 5 Jahre Büroleiterin, danach Rollstuhl.
Vorschlag AA: jetzt in "beschützte Werkstätte", weils ja "gesundheitlich nicht mehr so geht und man ja die Betreuung braucht"
Mindestens ins Platinbuch mit dem Vorschlag ;-)

 

Kommentar veröffentlichen

<< Home